Motivation

Einer der Gründe, warum mich das Arbeiten mit Glas so fasziniert, ist, daß eine Buntglasscheibe (oder Kabinettscheibe) je nach Jahres- oder Tageszeit mit oder ohne Sonne bei verschiedenen Witterungen eine andere Stimmung erzeugt. Das Licht bekommt einen Charakter und wirkt dadurch lebendig.

Die Leuchtkraft der Farben, der Kontrast- und Helligkeitsumfang von Gläsern lässt sich mit keiner anderen Gestaltungstechnik darstellen.

Ausstellung, 16.5.18

Am 16.Mai fand meine erste Ausstellung statt.
Das Wetter war leider nicht für eine Open-Air Veranstaltung geeignet, und so kamen leider nicht so viele Besucher wie erhofft.
Dafür waren die Besucher die sich trotz Regen die Ausstellung angesehen haben wirklich interessiert, und ich konnte einige meiner Arbeiten verkaufen und habe einen Auftrag erhalten.

Weil nicht so viel los war, konnte ich mich ausführlich mit den Besuchern unterhalten. Es gab viele interessante Meinungen und Anregungen, von denen ich einige in den nächsten Monaten umsetzen werde.

Und nicht zuletzt, hat Andreas Schiller trotz schlechter Lichtverhältnisse sehr schöne Aufnahmen gemacht, die ich in der Galerie veröffentlich habe. Vielen Dank Andi.

Reflektion

Glasmalerei ist nicht das malen auf Glas, sondern das malen mit Glas. Das Glas ist das Medium mit dem das Licht als eigentliches Ausdrucksmittel modeliert wird. Das Glas gibt mit seiner Farbe, seiner Oberflächenstruktur, der Bläselung und der unterschiedlichen Durchsichtigkeit, dem Licht die Möglichkeit immer wieder neu zu erscheinen.

Die Härte und Sprödigkeit des Material Glas, steht für mich im Gegensatz zur Wandelbarkeit seiner Wirkung wenn es von Licht durchströmt wird, oder reflektiert.

Die unterschiedlichen Farbtöne die eine lichtdurchfluteten Glasscheibe hervor bringt, sind so wandlungfähig wie das Licht selbst, das aus verschiedenen Winkeln, mit unterschiedlicher Intensität auf sie einwirkt.

Bei der Glasmalerei ist das Glas in gewisser Weise nur der Träger des Mediums, so etwas wie eine Leinwand. Das eigentliche Medium ist das Licht. Es wird immer unterschiedlich gefiltert, reflektiert und gebrochen, je nach dem wie es betrachtet wird. Dieses "wie" ist niemals gleich. Es ändert sich nach Jahre-, Tages-, Ur-Zeit und nach dem Wetter.

Der Glasmaler Horst Hähle (1923-2005) (Wikipedia) begründete in den 70er Jahren einen Trend, Glasbilder und Glaskunst nicht mehr nur im Zusammenhang mit Architektur zu sehen, sondern sie als eigenständige, für sich selbst sprechende Kunstform zu betrachten.

Zitat Horst Hähle: "Das Glas ist nicht Bildträger: missverstanden wäre, die Glasmalerei als Malen auf Glas zu verstehen. Für mich ist diese Kunst Malen mit Glas, die nur erfassbar mit dem durchscheinenden Licht ist.
Die Mobilität meiner Glasbilder ist geprägt durch den unterschiedlichen Lichteinfall des Tages-
ablaufes, des Hintergrundes, der Lichtbrechung.
Ich bin kein Dekorateur, sondern Schöpfer autonomer Kunstwerke. Das schließt keineswegs aus, dass ich „in Geist und Technik der traditionellen Erkenntnisse des Mittelalters“ folge."
Er nannte diese Kunstform "Mobiles Glasbild".


Seine Werke waren aber immer in klassischer Form konzipiert. Es sind Glasbilder die vor einem transparenten Hintergrund, also einem Fenster oder einer Glaswand hängen müssen, damit das Licht sie erreichen kann.

Ich gehe mit meiner Arbeit einen Schritt weiter. Ein Material, das so stabil und wiederstandsfähig ist wie Glas, sollte nicht nur in Innenräumen oder Fenstern Verwendung finden. Es ist mit seinen Möglichkeiten dazu prädestiniert im Außenbereich seine Wirkung zu entfalten.
Dabei finde ich es nur konsequent auch die Form nicht auf das Rechteckformat zu beschränken.